Chronik von 1960 – 1969

1960
Dortmund, im April. Auf der Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung werden alle Ehrenamtsträger für die neue Wahlperiode bestätigt. Starke Kritik wird an den Direktverkäufen geübt, die Großhandlungen bzw. Hersteller an Privatpersonen vornehmen.

Köln, im Mai. Neuer Obermeister der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung wird A. Wortmann. Geboren 1904, 1923 Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Studium an den Kölner Werkschulen.

Köln. Goldschmiedemeister Fritz Ziehgruber restauriert in 4-jähriger Arbeit den berühmten Dreikönigsschrein.

Bundesrepublik Deutschland, am 9. August. Das Jugendarbeitsschutzgesetz tritt in Kraft. Das Mindestalter für eine Beschäftigung wird auf 14 Jahre festgelegt und die Akkord- und Fließbandarbeit für Jugendliche verboten.

Düsseldorf. Paul G. Hartkopf (geb. 21.5.1925 in Naumburg/Saale) wird Obermeister der Innung Düsseldorf.

1961
Deutschland, am 1. Januar. Der Interzonenhandel zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird wieder aufgenommen.

1962
Essen. Manfred Klein (geb. 3.5.1930 in Wuppertal) wird zum Obermeister der Innung Essen gewählt.

Solingen. Zum neuen Obermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung Solingen wird Werner Winkemann (geb. 1910) gewählt.

1964
Bonn, am 14. Februar. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik konstituiert sich. Die sogenannten „fünf Weisen" werden vom Bundespräsidenten als unabhängige Gutachter berufen.

Bielefeld. Unter Leitung des OM Wilhelm Holtmann wird mit der Fertigung einer OM-Kette begonnen, die 1971 unter Mitwirkung der gesamten Innung, fertig gestellt wird.

Bonn, am 16. September. Die Bundesregierung beschließt die Gründung einer „Stiftung Warentest" mit Sitz in West-Berlin. Die Institution zum Schutz der Verbraucher wird durch den Bundeshaushalt finanziert.

Köln. Die Goldschmiede feiern „1000 Jahre Goldschmiedekunst Köln". Dazu eine Ausstellung in der Handwerkskammer mit Arbeiten aus der heutigen Zeit.

1965
Bundesrepublik Deutschland, am 23. März. Der Deutsche Gewerkschaftsbund verabschiedet sein zweites Aktionsprogramm. Unter anderem wird das 13. Monatsgehalt, ein Mindesturlaub von vier Wochen, die Herabsetzung der Altersgrenze in der Rentenversicherung, die Einführung eines zehnten Schuljahres und bezahlter Bildungsurlaub gefordert.

Bonn, am 20. Oktober. Ludwig Erhard wird zum Bundeskanzler gewählt.

Bonn, am 28. Dezember. Novellierung der Handwerksordnung, Trennung von Gold- und Silberschmied in der Anlage A (Positivliste). Der Silberschmied ist ein eigenständiger Beruf.

1966
Bonn, am 30. September. Herausgabe der fachlichen Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesen und der Gesellenprüfung im Silberschmiedehandwerk. Erlass des Bundesministers für Wirtschaft.

Wuppertal. Günter Arhelger (geb. 1930 in Dortmund) wird zum Obermeister der Innung gewählt.

1967
Bonn, am 30. September. In der Bundesrepublik gibt es 2.788 selbstständige Goldschmiede, die insgesamt 10.436 Mitarbeiter beschäftigen.

Bonn. Carl Wilhelm Garbers ( geb. 1933 in Hamburg) gründet seine eigene Goldschmiede. Er wird 1972 zum Obermeister der Bonner Innung gewählt. (Löst OM Emil Rodd ab.)

1968
Bundesrepublik Deutschland, am 1. Januar. In der Bundesrepublik wird die Bruttoumsatzsteuer durch die Mehrwertsteuer ersetzt. Außerdem wird die Versicherungspflichtgrenze für Angestellte aufgehoben, womit deren Rentenversicherung der geltenden Regelung für Arbeiter angeglichen wird.

Die Edelmetallpreise: Feingold à Gramm: 4,80 DM, Feinsilber à Gramm: 0,26 DM, Platin à Gramm: 28,25 DM.

Münster, im März. Die Innungsversammlung der Goldschmiede findet in der Werkstatt von Karl-Heinz Metzger statt, der den kompletten Schleuderguss praktisch demonstriert. OM Fischer gibt einen Jahresrückblick und plant für die Lehrlinge eine Studienfahrt nach Idar-Oberstein.

Bundesrepublik Deutschland, am 1. April. Verabschiedet wird das Gesetz über die Handwerkerzählung.

Dortmund. Albert Litzinger legt sein Amt als Obermeister von Dortmund nieder. Litzinger wurde am 9.12.1905 in Wiesbaden geboren. 1924 Goldschmiedegeselle, Meisterprüfung 1934 in Dortmund, seit 1948 OM von Dortmund. 1948 Mitbegründer des ZV in Fulda.

Düsseldorf, am 20. Juli. Die Zwillingsbrüder Alfred und Hermann Weyersberg feiern ihren 60. Geburtstag. Die Goldschmiede stammen aus Dresden und betreiben seit 1946 in der Königsallee 50 ihr Geschäft.

Düsseldorf, am 16. September. Tagung des Landesinnungsverbandes Nordrhein-Westfalen. Themen: Erziehungsbeihilfen, Mindeststundenlöhne, Sachverständigenausschuss, Ausbildungsvorschriften, Versicherungen. Empfehlung der Stundenlöhne: 1. Gesellenjahr 2,45 DM; 2. Gesellenjahr 2,92 DM; 3. Gesellenjahr 3,20 DM; 4. Gesellenjahr 3,65 DM; 5. Gesellenjahr 4,15 DM.

Köln, am 26. Oktober. Den Lossprechungsfeierlichkeiten der Gold- und Silberschmiede-Innung Köln wohnen 27 französische Junghandwerker aus Lyon bei.

Düsseldorf, am 3. November. Einbruch bei Goldschmiedemeister René Kern in der Königsallee. Es werden 2 Panzerglasscheiben zerstört und 33 Schmuckstücke im Gesamtwert von 20.000,- DM geraubt.

BRD, am 19. November. Edelmetallpreise: Feingold à Gramm: 5,37 DM, Feinsilber à Gramm: 0,28 DM, Platin à Gramm: 36,95 DM.

Düsseldorf, am 28. November. An der Kunstakademie kommt es zu Auseinandersetzungen um die Lehrtätigkeit von Joseph Beuys, weil dieser sich für Mitbestimmungsrechte der Studenten einsetzt.

Bonn. Herausgabe der „Fachlichen Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesen und der Gesellenprüfung im Goldschmiede- und im Silberschmiede-Handwerk durch den Deutschen Handwerkskammertag. Damit werden die Vorschriften vom März 1941 ersetzt.

Bundesrepublik Deutschland, Bundesgesetzblatt vom 21. Dezember. Die vom Minister für Wirtschaft erlassene Verordnung über verwandte Handwerke ist in Kraft getreten. Aufführungsliste Nr. 30: „Silberschmiede, Gürtler und Metalldrücker werden für verwandt erklärt".

Iserlohn, am 25. März. Hauptversammlung der Goldschmiede-Innung Iserlohn. Zum Nachfolger des langjährigen OM Peter Schneider wird Rudolf Leder aus Siegen gewählt.

BRD, im April. Edelmetallpreise, per Gramm: Gold: 5,60 DM, Silber 0,23 DM, Platin: 27,00 DM.

Bonn, am 13. Mai. Der Bundestag verabschiedet ein Arbeitsförderungsgesetz (AFG), das die Funktion der Bundesanstalt für Arbeit neu festlegt. Das AFG, das am 1.7. in Kraft tritt, umfasst neben der finanziellen Arbeitslosenunterstützung vorbeugende Maßnahmen, wie Beratung, Vermittlung, Umschulung und Fortbildung zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit.

Dortmund, im Mai. Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. OM Albert -Litzinger legt sein Amt nieder. Neuer Obermeister wird Berthold Knies, Dortmund. Stellv. OM Klaus Winckel, Hagen.

Bonn, am 12. Juni. Verabschiedung des Gesetzes über die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Bundestag.

Deutschland, am 10. Juli. Der Bundesrat stimmt in seiner 342. Sitzung dem Berufsbildungsgesetz zu. Am 1. September des Jahres tritt das Gesetz in Kraft.

Düsseldorf, am 10. Juli. Die Victoria-Versicherung kündigt den Goldschmieden den Rahmenvertrag über „Bearbeitungsschäden". Begründung: „Zu wenige Gold- und Silberschmiede machen von der Möglichkeit der Versicherung Gebrauch". Bundesrepublik Deutschland.

Bonn, am 14. August. Der Bundestag verabschiedet das Berufsbildungsgesetz, das betriebliche und überbetriebliche Ausbildung bundeseinheitlich neu regelt.

Krefeld. Karl-Heinz Bründt (geb. 8.6.1930 in Krefeld) wird zum Obermeister gewählt.